Features

Freitag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Einfach wegräumen? Wie Treibhausgase aus der Atmosphäre verschwinden sollen Das Element Luft Atem der Welt Das Kalenderblatt 29.5.1913 Uraufführung von Strawinskys "Le sacre du printemps" Von Frank Halbach Einfach wegräumen? - Wie Treibhausgase aus der Atmosphäre verschwinden sollen Autorin und Aufnahmeleitung: Miriam Stumpfe Ein Zauberwort geht um in der politischen Diskussion über den Klimawandel - negative Emissionen. Die Idee: In Zukunft könnten wir in großem Stil Kohlendioxid aus der Atmosphäre zurückholen und so die Erderwärmung bremsen. Ansätze dafür gibt es verschiedene. Zum Beispiel könnten riesige Anlagen CO2 aus der Luft entfernen wie ein Staubsauger und in speziellen Filtern ablagern. Oder man könnte große Plantagen von Energiepflanzen anlegen, die dann in Kraftwerken zu Strom werden. Am Ende müsste man nur das CO2 abscheiden und unter die Erde pressen. Aber viele Fragen sind ungeklärt: Wie sicher ist die CO2-Speicherung? Wieviel Anbauflächen für Lebensmittel verdrängen die Energiepflanzen? Wie effektiv arbeiten technische CO2-Filter? Wissenschaftler sagen: Kosten und Risiken für diese Technologie können wir noch nicht abschätzen. Dabei sind die "negativen Emissionen" auch im Pariser Klimaabkommen erwähnt, und viele Experten und Expertinnen gehen davon aus, dass wir ohne sie das 2-Grad-Ziel nicht erreichen. Öffentlich reden möchten wenige darüber. Doch eine Debatte ist notwendig, denn am Ende könnte die Medizin schlimmer sein als die Krankheit. Das Element Luft - Atem der Welt Autorin: Geseko von Lüpke / Regie: Sabine Kienhöfer Sie ist unsichtbar, scheint aus nichts zu bestehen und ohne Gewicht zu sein - die Luft. Erst nach und nach hat die Wissenschaft entdeckt, dass jenes Medium, das uns mit jedem Atemzug am Leben hält, ganz anders ist, als wir es uns mit dem "Gesunden Menschenverstand" vorstellen. Luft ist ein hochdynamisches Gemisch aus Gasen, die sich in einem labilen Gleichgewicht befinden, das die ganze Biosphäre gestaltet. Wir leben am Boden eines Luftmeeres, dass mit unglaublichem Gewicht auf uns lastet. Luft ist Filter, Transportmittel, Windmaschine, Wettermacher. Luft ist das Medium der Kommunikation, der Gerüche. Luft ist ein Geschenk der Pflanzen an das Leben, verbindet uns mit der gesamten Schöpfung auf diesem Planeten, ja sogar durch die Tiefen der Zeit. Und: Luft ist in Gefahr immer höher mit Schadstoffen belastet zu werden und den Planeten zum Treibhaus zu machen. Die Sendung ist eine Entdeckungsreise in das geheimnisvoll Alltägliche des Elements Luft - mit Aspekten aus Wissenschaft, Mythologie, Religion und Kultur.

Freitag 19:05 Uhr BR-Klassik

Das Musik-Feature

Die Wurlitzers Musikfamilien zwischen Mozart und Maratonga Von Ulrike Zöller Wiederholung am Samstag, 14.05 Uhr Wurlitz ist ein kleiner Ort in Oberfranken - mit nur einem berühmten Bürger: Hans Vogt, den Erfinder des Tonfilms. Was für ein Zufall, dass ausgerechnet ein Wurlitzer dem Unternehmen Wurlitzer in den USA schwer schadete: Franz Rudolf Wurlitzer, ein Instrumentenbauer, war 1853 in die USA ausgewandert und hatte begonnen, neben Streichinstrumenten, Harfen, Klavieren und Orgeln an einem Wunderwerk zu bauen. Die "Mighty Wurlitzer" mit über 1200 Pfeifen begleitete als Kinoorgel vor allem Stummfilme, live im Kinopalast. Nach der Erfindung des Tonfilms wandte sich die Firma Wurlitzer dem Bau von elektrischen Orgeln und vor allem von Musikboxen zu, die auf Wunsch den gewählten Titel erklingen lassen. Jukeboxes oder "Wurlitzers" genannt. Unter Klarinettisten bedeutet der Name aber etwas ganz andere. "Die Wurlitzer" ist eine heute noch von Hand gefertigte Meisterklarinette. Das Familienunternehmen befindet sich inzwischen im mittelfränkischen Neustadt an der Aisch. Musikliste: Wolfgang Amadeus Mozart: Konzert-Rondo D-Dur, KV 382 (Carl Seemann, Klavier; Bamberger Symphoniker: Fritz Lehmann) Robert Ducksch: "Ufaton-Bomben-Medley" (Robert Ducksch) John Philip Sousa: "Gallant and gay we"ll march away / Let"s Hurrah!" (The Nonpareil Wind Band) Sergej Prokofjew: Sonate C-Dur, op. 56 (Eleonora Turovsky, Violine; Yuli Turovsky, Violoncello) Robert Ducksch: "Chattanooga choo choo" (Robert Ducksch) George Gershwin: "Rhapsody in Blue" Friedrich Schröder: "Man müßte Klavier spielen können" (Tanzorchester Horst Winter) Neil Sedaka: "Stupid cupid" (Conny Francis) Mike Stoller: "King Creole" (Elvis Presley) Werner Scharfenberg: "Der weiße Mond von Maratonga" (Lolita) Wolfgang Amadeus Mozart: Klarinettenkonzert A-Dur, KV 622 (Sabine Meyer, Klarinette; Nürnberger Symphoniker: Jean-Pierre Jacquillat) Wolfgang Amadeus Mozart: Divertimento nach Arien aus "Così fan tutte" (Trio di Clarone) Alex Wurlitzer: "Don"t drink the water" (Alex Wurlitzer) Ryuichi Sakamoto: " Little Buddha" (Ryuichi Sakamoto) Victor Young: "The greatest show on earth" (Robert Ducksch)

Freitag 20:05 Uhr Deutschlandfunk

Das Feature

Ruth, Robert, René Eine Künstlerfamilie in Ostberlin Von Ulrike Bajohr Regie: Fabian von Freier Produktion: Dlf 2019 Renés Haare sind zu lang. Sein Vater Robert muss zum Schuldirektor. Roberts Haare sind noch länger. Der Direktor gibt auf: Künstler! Narrenfreiheit! So einfach ist das nicht, sagt Ruth und dichtet: "Ich will was ich will aber was ich will kann ich nicht." Ruth, René und Robert wollen gute Staatsbürger sein. Und frei in dem, was sie tun. Robert Rehfeldt starb, ehe er daheim Anerkennung fand. Draußen, in der Kunstwelt, war er mit seiner Mail Art längst berühmt. René Rehfeldt lernte bei seinem Vater die grafischen Techniken. Er leitet heute die Druckwerkstatt an der Universität der Künste Berlin. Es ist die Hochschule, an der Robert Anfang der 1950er-Jahre studierte, bevor er in den Osten der Stadt ging - weil ein Künstler im Westen noch schlechter lebte. Im Osten traf er Ruth Wolf, schön, still und eigensinnig. Sie hütete das Kind, assistierte dem Mann, verdiente da und dort etwas dazu, malte - und kreierte die "typewritings". 2017 fand sie sich mit ihrer Schreibmaschinenkunst auf der documenta wieder. 27 Jahre nachdem sie damit aufgehört hatte. Niemand hatte mehr an ihren Durchbruch geglaubt, am wenigsten sie selbst. Ruth, Robert, René

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